Leasing Formen und Verfahren
Unterschiedliche Leasing-Verfahren gibt es inzwischen mehr als genug. Fast jedes Objekt oder Neuanschaffung, sei es Maschinen, Fuhrparkerweiterung oder -erneuerung, Immobilien oder EDV-Anlagen und viele mehr. Für fast alles gibt es eine Leasingmöglichkeit. Wir haben Ihnen hier eine Auswahl zusammengestellt. Lesen hier mehr über die unterschiedlichen Leasing-Formen. Mit Sicherheit ist auch etwas für Ihr Vorhaben oder Investition dabei.
Financial Leasing (echtes Leasing)
Beim Leasing spricht man meistens von Financial Leasing. Diese Form des Leasings kommt in der Praxis am häufigsten vor. Charakteristisch ist, dass eine feste Grundmietzeit vereinbart wird, während dieser Zeit von beiden Seiten nicht gekündigt werden kann. Das Investitionsrisiko hat der Leasingnehmer. Je nach Ausrichtung des Vertrages erfolgt die Bilanzierung des Vermögensgegenstandes entweder beim Leasinggeber oder beim Leasingnehmer.
Eine Bilanzierung beim Leasinggeber und dadurch die Nutzung der Steuervorteile beim Leasingnehmer liegt vor, wenn:
- Vertragslaufzeit (Grundmietzeit) zwischen 40% und 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.
Beispiel: Eine Maschine hat eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren und würde über diesen Zeitraum abgeschrieben. Der Leasingvertrag sollte eine Laufzeit zwischen mindestens 4 Jahren und maximal 9 Jahre haben, damit der Leasinggeber die Maschine in seiner Bilanz ausweist
(Kfz/EDV 2-4 Jahre, Immobilien 10-22 Jahre).
- Beinhaltet der Leasingvertrag zudem noch eine Kauf- bzw. Mietverlängerungsoption, dann muss der im Leasingvertrag vereinbarte Kaufpreis größer oder gleichdem Zeitwert der Maschine sein. Im Falle einer Mietverlängerungsoption müssen die Anschluss Leasingraten größer oder gleich groß sein wie die Entsprechenden linearen Abschreibungsbeträge.
Sale and lease Back
Sale and lease back ist eine Sonderform des Leasings. Sie verkaufen bestimmte Vermögensgegenstände an die Leasinggesellschaft. Gleichzeitig mieten Sie sich den Vermögensgegenstand von der Leasinggesellschaft wieder zurück. Dadurch erhöhen Sie Ihre Liquidität. Bilanztechnisch handelt es sich hierbei um einen Aktivtausch. Das Anlagevermögen reduziert sich, im gleichem Zug erhöht sich das Umlaufvermögen (Bank). Beispiele "Sale and lease back"
Vollamortisationsvertrag und der Teilamortisationsvertrag
Vollamortisationsverträge zeichnen sich dadurch aus, dass die investierten Mittel des Leasinggebers bereits während der Vertragslaufzeit vollständig über die Leasingraten zurückfließen.
Bei Teilamortisationsverträgen ist dies nicht der Fall. Zwar garantiert der Leasingnehmer auch hier die Vollamortisation, doch fließt nur ein Teil des eingesetzten Kapitals über die Leasingraten zurück. Der noch offene Rest ist als Einmalzahlung nach Ablauf der Vertragslaufzeit fällig und wird gegebenenfalls mit einem Verwertungserlös verrechnet.
Spezial Leasing
Hier handelt es sich um geleaste Objekte, die speziell auf die Belange des Leasingnehmers ausgerichtet sind. Die Verwendung des geleasten Objektes kann nur durch den Leasingnehmer erfolgen. In einem solchen Fall hat der Leasinggeber nach Vertragsende keinerlei Verwertungschanche, das Leasingobjekt wird steuerrechtlich von Anfang an dem Leasingnehmer zugerechnet, dieser muss es in seiner Bilanz ausweisen.
Maintenance Leasing
Der Leasinggeber übernimmt gegen einen Aufschlag meist in Form einer erhöhten Leasinggebühr sämtliche Aufwendungen für Versicherungen, Wartung, Reparaturen, Schulungen etc. die im Zusammenhang mit dem geleasten Objekt stehen.
Immobilien-Leasing
Beim Immobilien Leasing sind Gegenstand des Leasingvertrages Objekte wie Grundstücke, Gebäude, Betriebsanlagen (zum Beispiel Kraftwerke) so wie Flugzeuge oder Schiffe.
Mobilien-Leasing
Geschäftsgegenstand des Mobilien-Leasing-Geschäfts sind hingegen bewegliche Wirtschaftsgüter, so vor allem Kraftfahrzeuge, Produktionsmaschinen sowie EDV-Geräte und Büromaschinen. Anders als im Immobilien-Leasing.
Operate Leasingverträge (unechtes Leasing)
sind in der Regel reine Mietverträge wie sie im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt sind. Es gibt keine Grundmietzeit wie beim Financial Leasing, der Vertrag kann von beiden Seiten relativ kurzfristig beendet werden. Die Leasinggesellschaft trägt das volle Investitionsrisiko. Das sich das Leasingobjekt hier oft nur teilamortisiert muss es mehrfach vermietet werden.
Beispiele für Objekte des Operate Leasings sind Gegenstände, die öfters an Unternehmer vermietet werden können, wie zum Beispiel Baumaschinen, Lagerhallen, Fahrzeuge und so weiter.